Die Geschichte des Comics

Ursprünge des Comics fand man bereits in der Antike.

Im Grab des Menna sind Malereien von vor 3400 Jahren gefunden worden, die eine Bildfolge einer Ernte und die Verarbeitung von Getreide darstellen.

Ähnliche Beispiele früherer Comic Formen sind zum Beispiel die Bildergeschichte der Trajanssäule oder japanische Tuschemalereien.

Auch in Amerika wurden bereits vor vielen Jahrhunderten Erzählungen in Bildern wiedergegeben.

Ein Beispiel wurde 1519 von Hernán Cortés entdeckt. Diese erste Form erzählt vom Leben eines präkolumbianischen Herrschers des Jahres 1049. Schon hier wurden die Bilder bereits um erklärende Schriftzeichen ergänzt.

Für Europa ist der im Hochmittelalter in Frankreich entstandene Teppich von Bayeux, der die Eroberung Englands durch die Normannen im Jahr 1066 schildert, der erste Beleg für Comiczeichnungen. Auch hier wurden schon Text und Bild miteinander kombiniert.

Zu Beginn des 12. Jahrhunderts begannen Mönche in Japan damit, Bildfolgen auf Papierrollen zu zeichnen. Bis ins 19. Jahrhundert waren Hefte mit komischen oder volkstümlichen Erzählungen weit verbreitet.

Auch viele Darstellungen in Kirchen haben einen comicartigen Charakter, vor allem zu finden in den aufwendig gestalteten Fenstermalereien vieler Kirchenfenster. Somit konnte auch Analphabeten die Erzählungen der Kirche vermittelt werden.

In vielen der oben erwähnten Beispielen, wird bereits das gestalterische Mittel der Sprechblase in Form von Spruchbändern verwendet, die von den handelnden Figuren in den Händen gehalten werden.

Nach McCloud wird Rodolphe Töpffer als Vater der moderenen Comics bezeichnet. Mitte des 19. Jahrhunderts verwendete er erstmal Panelrahmen, cartoonhafte Zeichnungen und kombinierte diese mit Text.

Auch in den USA gewannen zu dieser Zeit die „Comicstrips“ mehr und mehr an Bedeutung und nahmen in Zeitungen meist eine halbe Seite ein.

In Europa gab es zu Beginn des 20. Jahrhundert viele Karikaturzeitschriften, doch kaum Comics. In Japan wurden Karikaturmagazine zu dieser Zeit immer populärer. Die heute typischen Sprechblasen für Comics wurden von den Japanern aus den USA übernommen.

Kitazawa Rakuten und Okamoto Ippei gelten als die ersten japanischen Zeichner die in Japan Comicstrips schufen.

In Europa dagegen entwickelte sich eine andere Form von Comics. Das Comicheft. Im Vergleich zu den kurzen Comicstrips, wurden hier längere Geschichten mit Fortsetzungen abgedruckt.

Während des zweiten Weltkrieges kam es in Amerika und Japan zu einer Ideologisierung der Comics. Die Arbeit des Autors und Zeichners wurde erstmals getrennt betrachtet. Bis auf eine kurze Rückentwicklung in den 80ziger Jahren, sind Autor und Zeichner auch noch heute oft zwei verschiedene Personen. Somit wurde Autoren mehr Aufmerksamkeit gewährt und Zeichner von diesen ausgewählt.

Auf Grund der Ideologisierung im zweiten Weltkrieg, entwickelte sich der Comic in Japan neu. Osamu Tezuka hatte einen großen Einfluss auf die Entwicklung der heute bekannten „Mangas“. Diese finden weite Verbreitung in allen Schichten der Gesellschaft und werden von Männern wie Frauen gleichermaßen gerne gelesen. In den neunziger Jahren wurden auch Mangas außerhalb der Grenzen Japans bekannt.